Bird tasting SAP Fiori app

Zwei (plus eine) Strategien auf dem Weg zur SAP Fiori App: der Fiori Client, die native App und die hybride App

Manchmal reichen die Standard-Apps des Fiori Launchpad nicht aus. Dann gilt es, individuellen Anforderungen mit einer individuellen App zu begegnen. Im Blogpost erfahren Sie, welche Alternativen wir empfehlen um Lösungen mit (oder ohne) SAP Fiori zu schaffen, die den User begeistern und den Geschäftsprozess produktiv unterstützen.

Abbildung: Drei grundlegende Möglichkeiten für Apps im SAP-Umfeld. Während der SAP Fiori Client lupenrein auf SAP-Bordmittel setzt, setzen die nativen Apps auf das jeweilige Entwicklungsframework auf und verwenden SAP UI5 als Design-Bibliothek. Hybride Apps auf Basis von Cordova bzw. PhoneGap können selbstverständlich an SAP-Anwendungen angebunden werden, funktionieren technisch allerdings SAP-unabhängig.

1. SAP Fiori Client

Die wohl flexibelste Lösungsarchitektur mit der bekannten Fiori-Kacheloptik bietet die Gestaltung einer Webanwendung. Mit ihrem responsiven Charakter lässt sie sich auf Desktop-Browsern und auf allen mobilen Endgeräten nutzen. Die Design-Elemente der umfangreichen SAP-UI-Library stehen zur Verfügung, um die zukünftigen Anwender visuell und in Punkt Usability zu beglücken. Über den SAP Fiori Client für Android und iOS sind alle Fiori-Anwendungen einfach auf Mobilgeräten erreichbar und werden schnell geladen.

Nachteil der Implementierung als Web-Anwendung: Die Apps lassen sich nur im Internet betreiben, eine Offline-Fähigkeit ist nicht ohne weiteres möglich.

2. Native Apps (iOS, Android)

Die Erstellung einer nativen App bietet sich an, wenn Unternehmen keine Internetabdeckung für die Fiori-Nutzer gewährleisten können oder ein Zugriff auf Gerätesensoren erforderlich ist. Während in Android-Umgebungen Java und Kotlin das Mittel der Wahl sind, greifen Developer für die iOS-Variante auf Swift zurück.
Im Backend nutzen die nativen Apps die SAP-UI-Komponenten sowie eine Dienste-Library für die OData-Integration.

Offline-Verfügbarkeit – nicht ohne zusätzlichen Aufwand
Als Zwischenfazit halten wir fest: Fiori-Apps mit Offline-Fähigkeiten sind aktuell nur im Kontext nativer App-Entwicklung und mit erhöhtem Aufwand gestaltbar. Schade ist es, dass SAP ihr Hybrid Application Toolkit nicht mehr auf ihrer Roadmap verfolgen. Mit dieser Umgebung war es möglich, webfähige UI5-Fiori-Apps mit ABAP-Unterbau zu entwickeln.
Die Verwendung von Native Apps bedeutet: Für jede Zielgruppe muss eine eigene App entwickelt, betrieben und weiterentwickelt werden. Das kann für eine flächendeckende Bestückung bedeuten, dass eigene Apps für Deskop, iOS und Android entwickelt werden müssen. Hier müssen Kosten und Nutzen im Vorfeld genau abgewogen werden.

3. Hybrid-Apps mit Apache Cordova/Adobe PhoneGap

Je nach Anforderungslage kann außerdem geprüft werden, ob mit Standard-Werkzeugen wie Apache Cordova eine hybride App entwickelt werden kann, die überwiegend für alle Plattformen verfügbar ist, aber Teile des Codes wiederverwenden kann. Für manche Szenarios ist dies ein möglicher Ersatz für das nicht mehr aktiv von SAP unterstützte Hybrid Application Toolkit, das ebenfalls auf Apache Cordova aufbaute.

Professioneller Design-Prozess als konzeptionelle Grundlage

Unternehmen, die sich für die Entwicklung einer individuellen App entscheiden, sollten im Vorfeld ein professionelles Konzept entwickeln, in das die späteren Nutzergruppen eng eingebunden werden. Dies schafft Commitment und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer intensiven und motivierten Nutzung. Hier bietet sich insbesondere ein Design-Thinking-Prozess an.

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Jörg Atai-Nölke

Jörg Atai-Nölke

Jörg Atai-Nölke verantwortet als Geschäftsführer für den Kundenmarkt die Bereiche Marketing, Sales und New Business. Vor seiner Karriere bei ITARICON hatte Jörg Atai-Nölke rund ein Jahrzehnt lang Business-Development- und Vertriebsfunktionen inne, so zum Beispiel in einem der größten Medienunternehmen weltweit, in einem internationalen Industriekonzern und in einer Marketingagentur für digitale Kommunikation. Sein Herz schlägt für den Dialog mit den fachlichen Entscheidern und Gestaltern der ITARICON-Kunden.
Jörg Atai-Nölke

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