Mobile Business aus der Architekturperspektive

Mobile Business aus Architekturperspektive – Enabler und Kostentreiber?

Die Einführung mobiler Technologien zur Unterstützung von Geschäftsprozessen (zum Beispiel in Vertrieb oder Wartung/Service) stellt die IT-Architektur vor neue Herausforderungen. Nicht etwa in der bloßen Einführung im Rahmen eines bestimmten Projektes, zumeist initiiert durch einen innovativ denkenden Fachbereich. Die eigentliche Herausforderung entsteht mit der Zeit, wenn unterschiedliche Technologien in unterschiedlichen Fachbereichen platziert sind und so ein mobiler Zoo entstanden ist. Aus dem Business erklingt es: „Interessiert mich nicht, läuft doch“ oder „Hätte ich auf die Zentral-IT gewartet, wäre der Wettbewerb davon galoppiert“. In diesen Aussagen steckt oftmals viel Wahrheit.

Einen anderen Blickwinkel nimmt der Unternehmensarchitekt ein: Bündelung der Entwicklungskompetenzen für Apps und mobile Webseiten statt heterogene Technologien; Aufbau eines zentralen IT-Sevicemanagements für Mobility anstatt Redundanzen durch Silo-Support; Einkaufssynergien durch konzertierte Verhandlungen mit den Device-Lieferanten statt kleckerweise Beschaffung. Auch seine Perspektive ist gerechtfertigt.

Beide Standpunkte sind durchaus nachvollziehbar. Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, in der Mitte. Ich bin von den Synergieansätzen des EAM überzeugt. Aber die Fachbereiche werden erst dann bereit sein, diese übergreifenden Synergien zu nutzen, wenn der CIO klar Position bezogen hat mit einem starken Leistungsangebot:

  • Eine mobile Lösungsplattform, die die Anforderungen der Fachbereiche erfüllt.
  • Zukunftsweisende Integrationslösungen, die die stationäre „alte“ Welt mit den neuen Technologien harmonisieren – ausgerichtet an den unternehmensübergreifenden Prozessen.
  • Die Weitergabe der Kostenvorteile auf Basis eines validen Business Case.

Es bedarf meines Erachtens – und das ist entscheidend für die mobile Mission – einer proaktiven Vorgehensweise der IT-Leitung, um das Spannungsfeld zwischen den dezentralen Geschäftseinheiten mit ihrem natürlichen Marktdrang und den Synergiepotenzialen, die ein konzertiertes Vorgehen rund um mobile Geschäftsprozesse bietet, konstruktiv und zukunftsweisend zu gestalten.

Was denken die Fachbereiche? Wie sind die Erfahrungen der IT-Architekten? Was sagen CIOs dazu? Ich bin gespannt auf die Diskussion.

Jörg Nölke

Jörg Nölke

Chief Executive Officer, Co-CEO for Marketing, Sales & Solutions bei ITARICON Digital Customer Solutions
Jörg Atai-Nölke verantwortet als Chief Executive Officer und Co-CEO for Marketing, Sales & Solutions das ITARICON-Lösungsportfolio und die Marketingkommunikation. Vor seiner Karriere bei ITARICON hatte Jörg Atai-Nölke rund ein Jahrzehnt lang Business-Development- und Vertriebsfunktionen inne, so zum Beispiel in einem der größten Medienunternehmen weltweit, in einem internationalen Industriekonzern und in einer Marketingagentur für digitale Kommunikation. Sein Herz schlägt für den Dialog mit den fachlichen Entscheidern und Gestaltern der ITARICON-Kunden.
Jörg Nölke

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