If this then that – oder: Wie das Internet of things in unser Leben Einzug hält

IFTTT. Hinter diesen fünf Buchstaben verbirgt sich seit Gründung des Unternehmens in San Francisco 2010 ein ziemlich mächtiges Tool, das uns mit Hilfe verschiedener Automatisierungsmöglichkeiten das Leben erleichtert. Das Prinzip ist denkbar einfach und dem einen oder anderen wird die Syntax schon seit ersten Programmierversuchen mit Turbo Pascal geläufig sein:

If this then that – Wenn in einem Produkt oder einer App eine Aktion ausgelöst wird („Trigger“), wird in einem anderen Produkt oder einer anderen App eine Handlung durchgeführt („Action“). Diese Action findet ganz ohne weiteres Zutun des Nutzers statt. Alles, was er vorab getan haben muss, ist ein sogenanntes Recipe anzulegen. Ein Rezept also. Klingt simpel? Ist es auch.

Die beliebtesten Rezepte auf ifttt.com

Das aktuell beliebteste Beispiel eines Recipes auf der Plattform mit fast 150.000 positiven Nutzerstimmen lautet „Rain tomorrow? Get an android notification“. Das System durchsucht also eine Wetterplattform auf die Regenwahrscheinlichkeit des morgigen Tages und schickt mir einen Hinweis auf mein Android, wenn es mit hoher Wahrscheinlichkeit regnet. Auch beliebt ist die automatische Speicherung jedes neu angelegten Kontaktes auf meinem iPhone in ein Dokument auf google docs. Bye bye Handycrashes, bei denen alle Kontakte verloren gehen. Und das völlig ohne meine Disziplin, regelmäßig ein Backup zu machen, sondern ich muss nur ein einziges Mal mein iPhone als Channel aktivieren, mein Google Benutzerkonto verbinden und das Rezept anlegen.

IFTTT RecipeWas aber haben diese beiden Beispiele mit dem Internet der Dinge zu tun? Zugegeben: noch nicht beeindruckend viel. Gehen wir also mal einen Schritt weiter:

Das Internet of things – powered by ifttt.com

Alles entscheidend ist, welche Channels von ifttt angeboten werden. Und siehe da: Da befinden sich sogar einige „products“, also vernetzte Gegenstände, die über einen Zugang zum world wide web verfügen. Das Beleuchtungssystem Philips Hue ist ein wunderbares Beispiel dafür – ein System von Lampen, die per WLAN über eine App bedienbar sind. Die WLAN Schnittstelle ermöglicht es via IFTTT nun, beispielsweise folgende Aktionen automatisch durchzuführen:

  • Einschalten der Lampen, zu einer bestimmten Uhrzeit.
  • Ausschalten der Lampen, wenn mein Handy eine bestimmte Geolocation erreicht / überschritten hat („Geofencing“)
  • Anschalten des Lichts, wenn ein vernetztes Babyphone (z. B. von Withings) ein Geräusch von sich gibt
  • Dimmen der Lampen, wenn ich einen Post bei Facebook abgesetzt habe (edit: ich wüsste nicht, in welchem Zusammenhang das Sinn ergeben sollte, wollte damit nur aufzeigen, dass der Kreativität praktisch keine Grenzen gesetzt sind)

Ein weiteres schönes Beispiel für die Vernetzung von Gegenständen ist das automatische Öffnen meines Garagentores, wenn sich mein Handy (und damit hoffentlich auch ich selbst) in einem bestimmten Umkreis meiner Garage befindet.

Next level – wohin geht die Reise des Internet der Dinge

Die oben aufgeführten Beispiele sind heute schon realisiert und können von Jedem genutzt werden, der über Produkte verfügt, die eine Schnittstelle zum Internet haben. Was kommt denn als nächstes? Wie wird uns das Internet der Dinge unseren Alltag in Zukunft erleichtern? Ganz ohne das Wälzen von Studien oder Kundenbefragungen möchte ich an dieser Stelle mal ein paar Beispiele auflisten, die ich persönlich hilfreich fände und durch den Trend des IoT (Internet of Things) umsetzbar wären:

  • Mein Kühlschrank meldet mir, dass die Milch alle ist.
  • Mein Kühlschrank bestellt selbst Milch nach, wenn ich ihn nicht davon abhalte.
  • Mein Auto vereinbart selbst einen Werkstatttermin, wenn ein Wartungsintervall erreicht ist. Natürlich nicht irgendeinen Termin, sondern einen freien Zeitslot in meinem Onlinekalender, an dem ich mich idealerweise auch noch in der Nähe einer Werkstatt befinde.
  • Mein Beamer bestellt automatisch eine neue Lampe, wenn das Laufzeitende der aktuellen Lampe naht.
  • Meine Wässerungsanlage gießt die Gartenpflanzen in eigens festgelegten Intervallen, die sich nach der Wettervorhersage richten.
  • Meine Kaffeemaschine brüht mir automatisch einen frischen Kaffee 5 Minuten, nachdem mein Wecker geklingelt hat.

All das könnten kurz-, mittel- und langfristige Anwendungsfälle des IoT im Privatleben sein. Selbstverständlich wird das IoT auch das Geschäftsleben erleichtern. Einen Abriss über mögliche Anwendungsfälle im B2B Umfeld gibt Christian Scholz in seinem Interview hier auf dem Blog.

Ich persönlich freue mich auf die Trends und Entwicklungen. Natürlich wird das Thema Datenschutz dabei eine erhebliche Rolle spielen und den einen oder anderen davon abhalten, die angebotenen Dienste zu nutzen. Ich jedenfalls habe bei der Planung meines Wohnhauses schon mal vorsichtshalber eine Ethernetdose an die Küchenwand hinter den Kühlschrank gelegt. Man weiß ja nie… 🙂

Martin Wanitschke

Martin Wanitschke

Martin Wanitschke ist als Geschäftsführer von ITARICON verantwortlich für das Beratungsgeschäft. Als zentraler Ansprechpartner für unsere Kunden und Berater plant, disponiert und koordiniert er alle Projekte und Projekteinsätze. Markttrends und Innovationen liegen ihm am Herzen ebenso gern tritt er hier im Blog und natürlich auch vis-á-vis mit Gleichgesinnten in den Austausch darüber.
Martin Wanitschke

One thought on “If this then that – oder: Wie das Internet of things in unser Leben Einzug hält

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.