Business-Lösungen und Architekturmanagement der Unternehmens-IT

Herausforderung vieler Unternehmens-IT-Organisationen bei der Einführung von Business-Lösungen ist die Komplexität der eigenen, historisch gewachsenen IT-Landschaft und die Frage nach der ‚richtigen‘ Lösungsstrategie.

Natürlich drängen die Fachbereiche auf kostengünstige und schnelle Einführungsprojekte. Doch die Unternehmensarchitekten müssen über den Tellerrand hinausschauen – so ähnlich wie Stadtplaner, die zum Beispiel dafür sorgen, dass die städtebauliche Nutzung von Infrastruktur (Bahnhöfe, Verkehrsknotenpunkte, Wohnnutzung etc.) optimal, d. h. vor allem effizient, aber auch sinnvoll von statten geht.

Unternehmens-IT-Architekten, die „nah dran am Business“ arbeiten, stehen vor analogen Herausforderungen: Was tun, wenn bereits mehrere Vertriebssysteme weltweit im Einsatz sind und nun ein weiteres angefordert wird? Wie sollen Stamm-, Bewegungs- und Steuerungsdaten harmonisch integriert und synchronisiert werden, wenn die zukünftige Lösung ein Zusammenspiel von verschiedensten Vertriebs- und Marketingdaten, CRM- und Logistiksystemen erfordert?

Ich empfehle Unternehmen mit großen (mittelständischen) IT-Landschaften, die Gestaltung von fachlichen IT-Lösungsarchitekturen mit Methoden des Enterprise Architecture Management zu flankieren. Dabei denke ich zuallererst nicht an vieljährig angesetzte strategische EAM-Programme, die zunächst mal alle möglichen Informationen sammeln, dann große Datenfriedhöfe hegen und pflegen und am Ende womöglich noch den Bezug zu den Projekten verlieren. Nein, die vielgefürchtete, quasi-legendäre Elfenbeinturm-Architektur am Tropf des CIO darf nicht das Ziel sein.

Ich schlage da einen pragmatischeren Ansatz vor. Um kurz das Vorgehen meiner Wahl zu skizzieren: Zunächst gilt es ausgerichtet auf ein konkretes Projekt – zum Beispiel die Optimierung der IT-Systeme in Marketing und Vertrieb – die wichtigsten Geschäftsfähigkeiten (engl. Business Capabilities) der zu optimierenden Funktionsbereiche zu finden, ganz gemäß der Kernfrage „Was leistet das Business, wo trägt es zur Wertschöpfung bei und wo soll es zukünftig noch besser werden?“. Anschließend lassen sich anhand eines Business Capability Frameworks die Applikationen und Technologien gegen die Geschäftsfähigkeiten mappen und in Szenarienbetrachtungen konkrete Pläne für die zielgerichtete IT-Bebauung des Projektes ableiten. So lassen sich Auswirkungen auf Kosten, die Komplexität der Landschaft und organisatorische Verantwortlichkeiten für alle wesentlichen Lösungsszenarien darstellen. Wenn man so will, ein pragmatisch-systematischer Weg, um EAM zur Erarbeitung eines greifbaren, unternehmensübergreifenden Nutzenbeitrags bei der Planung und Realisierung von komplexen Business-Lösungen anzuwenden.

Wie sehen es andere Lösungsgestalter? Welche Erfahrungen haben Sie in der Anwendung von EAM gemacht? Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.

Jörg Nölke

Jörg Nölke

Chief Executive Officer, Co-CEO for Marketing, Sales & Solutions bei ITARICON Digital Customer Solutions
Jörg Atai-Nölke verantwortet als Chief Executive Officer und Co-CEO for Marketing, Sales & Solutions das ITARICON-Lösungsportfolio und die Marketingkommunikation. Vor seiner Karriere bei ITARICON hatte Jörg Atai-Nölke rund ein Jahrzehnt lang Business-Development- und Vertriebsfunktionen inne, so zum Beispiel in einem der größten Medienunternehmen weltweit, in einem internationalen Industriekonzern und in einer Marketingagentur für digitale Kommunikation. Sein Herz schlägt für den Dialog mit den fachlichen Entscheidern und Gestaltern der ITARICON-Kunden.
Jörg Nölke

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