Beacons – mit „Leuchtfeuern“ Geschäftsprozesse in SAP beschleunigen und automatisieren

Beacons (engl. für Leuchtfeuer) sind kleine Bluetooth-Low-Energy-Sender, die Informationen wie Temperatur, Druck oder auch nur eine Unique-ID unidirektional versenden. Bei den meisten Beacons ist die Sendereichweite konfigurierbar, was einen großen Einfluss auf die Laufzeit der Batterie hat. So ist es beispielsweise möglich, die Reichweite eines Beacons nur wenige Meter bis hin zu Distanzen einer Fertigungshalle einzustellen. Die Laufzeit der Batterie verändert sich somit je nach Kapazität von wenigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren. Es gibt auch Beacons, die Strom via USB oder sogar über Mini-Solarpanel beziehen können. Je nach Art des Beacons ist es möglich, diese auch im Outdoorbereich einzusetzen.

Übersicht von verschiedenen Beacon-Fabrikaten des Herstellers kontakt.io
Abb. 1: Übersicht von verschiedenen Beacon-Fabrikaten, hier aus der Palette des Herstellers kontakt.io  (Quelle: kontakt.io)

Zur Konfiguration wird meist eine App benutzt, die sich via Bluetooth mit dem Beacon verbindet. Es gibt jedoch auch Beacons mit Mini-USB-Slot, die direkt mit dem PC konfigurierbar sind. Um die von den Beacons gesendeten Informationen zu empfangen und zu verarbeiten, gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten.

Beacon-Gateways

Beacon-Gateways kann man sich als displaylose Smartphones vorstellen, die je nach Konfiguration z.B. eine Push Notification, einen HTTP-Request oder eine E-Mail versenden können. Aus Sicht des Gateways gibt es zwei Interaktionstypen: zum Einen den Empfang eines Signals von einem Beacon und zum Anderen der Verlust eines Signals.

Gateways bieten ferner die Möglichkeit der Lokalisation von Beacons in Echtzeit. Ist ein Beacon beispielsweise an einem Verpackungscontainer angebracht, ist es möglich, zu sehen, wo sich dieser zum aktuellen Zeitpunkt im Lager befindet – wobei eine genaue Lokalisation nur mit drei sich überschneidenden Gateways möglich ist. Hierzu muss im vornherein eine Art geografische Karte entwickelt werden, auf der anhand der auftretenden Dämpfungen die genauen Standorte ermittelt werden.

Abb. 2: Backend-Konfiguration eines Beacon-Gateways am Beispiel kontakt.io (Quelle: kontakt.io)
Abb. 2: Backend-Konfiguration eines Beacon-Gateways am Beispiel kontakt.io (Quelle: kontakt.io)

Beacon-Gateways bieten sich immer dann an, wenn keine direkte Kommunikation zwischen Mensch und Beacon benötigt wird. Ein gutes Beispiel hierfür ist die automatisierte Lagereinbuchung bei Einlieferung. Hierfür könnte man ein Gateway in Nähe des Eingangsbereiches des Lagers positionieren und Beacons an großen Verpackungscontainern befestigen. Wenn nun ein Verpackungscontainer ins Lager transportiert wird, wird dieser bei Ein- bzw. Auslieferung erkannt und es können entsprechende Aktionen ausgelöst werden. Bei „sauberen“ Backendsystemschnittstellen ist der Aufwand für einen solchen Case sehr gering. Die Konfiguration und Inbetriebnahme einer solchen Beacon-Infrastruktur benötigt nur wenige Minuten.

Smartphone-App

Eine weitere Möglichkeit die Beacon-Signale zu verarbeiten, ist die Erstellung von Smartphone-Apps. Beacon-Hersteller bieten für die Kommunikation zwischen Smartphone und Beacon meist eigene SDKs an, wobei die Standard-Betriebssystemkomponenten des jeweiligen Endgerätes ebenfalls nutzbar sind. Die Nutzung von Apps bietet den Vorteil, dass man direkt mit dem Nutzer interagieren kann und erweitert somit den Einsatzbereich enorm. So ist es beispielsweise möglich, dem Nutzer unterschiedliche Informationen je nach identifiziertem Beacon anzuzeigen oder auf Schwellwerte wie Temperatur direkt im Vorbeigehen zu reagieren. Eine App im Retailbereich könnte es somit möglich machen, beim Vorbeilaufen an einem Store, dem Nutzer die neuesten Angebote direkt auf seinem Smartphone anzuzeigen. Die Aufwände zur Erstellung eines solchen Szenarios hängen zum Einen vom fachlichem Umfang der App und zum Anderen von der Komplexität der Backendintegration ab.

Anbindung an SAP

Egal, ob man nun Beacon-Gateways oder eigens geschriebene Apps benutzt, die Beacon-Daten lassen sich problemlos über Webservices bzw. OData in ein Backend-System wie SAP übertragen. Im SAP selbst gibt es dann wieder viele Möglichkeiten mit diesen Informationen umzugehen bzw. je nach Use Case angemessen zu reagieren. Durch die Integration der von den Beacons kommenden Daten in SAP ist es möglich, bestimmte Prozesse zu beschleunigen oder sogar komplett zu automatisieren.

Dieser Blogbeitrag ist der Auftakt unserer neuen Themenreihe rund um Beacon-Technologie und IoT, in der wir in den kommenden Wochen weitere Use Cases für Supply Chain und Customer Service sowie Lösungsideen mit SAP vorstellen werden.

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Thomas Maatz

Thomas Maatz

Developer Solution Design bei ITARICON Digital Customer Solutions
Thomas Maatz ist SAP Developer bei ITARICON und beschäftigt sich im Bereich Solution Design mit der Entwicklung und Konfiguration von innovativen SAP-Anwendungen.
Thomas Maatz

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